Geschichte

 

Sie sind an der Geschichte unserer „Laurentiuskirche“ interessiert?

Laden sie sich doch bitte unseren kleinen Kirchenführer als PDF Datei herunter oder lesen sie unseren Artikel in wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Laurentiuskirche_Vielbrunn

Danke!

Einen kurzen Abriß der Gemeindegeschichte können sie hier lesen:

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Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Vielbrunn
In der Reformation entstanden

Die Evangelische Kirche in Vielbrunn ist eine der am besten erhaltenen „Wehrkirchenanlagen“ des Odenwaldes. Noch heute sieht man deutlich die ehemaligen Schießscharten, sogar die Reste des hölzernen Wehrumganges findet man eingemauert im ältesten Turmbereich. Die äußere Wehrmauer wurde zwar 1875 in der Höhe reduziert, dennoch vermittelt sie ein eindrucksvolles Bild der früheren Befestigungsanlage. Zumal Dr. Georg Schäfer in seinem Buch „Kunstdenkmäler im Großherzogtum Hessen“ 1891 erwähnt, dass diese Wehrmauern ein „Thorfahrt“ hatte und von „Schießscharten“ durchbrochen war. Innerhalb des ummauerten Kirchenbereiches befand sich der Friedhof und in den Zeiten der Kriege sicherlich auch Gebäude, welche Futtervorräte sowie Menschen und Tieren bei Gefahr Schutz boten.

Ansicht der Kirche um 1920

Wer als Besucher nach Vielbrunn kommt, wird es nicht versäumen das alte Gotteshaus zu besuchen. An der Südwestecke des Kirchturms ist die Jahreszahl 1495 zu entdecken, welche von einem Steinmetz eingeschlagen wurde.  Der Kirchturm stammt somit noch aus vorreformatorischer Zeit. Zur damaligen Zeit war die Kirche noch klein und glich einer Kapelle. Sie war dem heiligen Laurentius geweiht, das erkennt man noch heute an der mit einem Ring umgebenen Raute mit Schrägkreuz unterhalb des Wetterhahns. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die Fresken im Turmraum.

Das alte kleinere Kirchenschiff befand sich nicht wie heute in östlicher, sondern in westlicher Richtung. Daher war der Turmraum das Allerheiligste. Er wurde durch heute unbekannte Künstler ausgeschmückt, unter anderem sind dort die vier Evangelisten zu sehen. Auf der Westseite der Turmdecke der Engel (Matthäus), im Norden der Stier (Lukas), im Osten der Adler (Johannes) und im Süden der Löwe (Markus). Des weiteren sind der heilige Leonhard und der heilige Christopherus mit dem Kind zu sehen. Ihnen gegenüber 3 weitere Heilige, ebenso sieht man die Jungfrau Maria und den über den Wolken thronenden Gottvater der einem Engel die Hostie überreicht.

Teile der Fresken im Turmraum

Geschichtlicher Abriss unserer Kirchengemeinde

1381: Ersterwähnung eines Pfarrers und einer Kirche in Vielbrunn.

1474: Ab diesem Jahr steht die Kirche nachweislich unter dem Patronat der Grafen zu Löwenstein-Wertheim.

1537-42: Einführung der Reformation in der Herrschaft Breuberg

1551: Durch den Reichenberger Vertrag wurde Kimbach dem Kirchspiel Vielbrunn zugewiesen.

1580: In der Dienstzeit des Pfarrers Daniel Lorsbacher wird die Kirche „erhöhet, indem sie nur wie eine Capelle gewesen“

1591: Einbau der Kirchenturmuhr im zweiten Stock des Turms. „Contract mit einem Schlosser von Erbach“

1650: Wird der einzige überlebende Pfarrer des 30-jährigen Krieges in der Herrschaft Breuberg, Herr Johannes Zollmann, der auch die Pfarrei Vielbrunn betreut, abgesetzt. Sein Nachfolger schrieb, dass er in „einen hochbetrüblichen Sündenfall“ geraten war. In der Gemarkung Vielbrunn berlebten gerade einmal 13 Einwohner den Krieg, in Kimbach sogar nur 9.

1662: Turmreparatur mit Ausgaben von 23 Gulden

1682: „Kirchenwiederherstellung“

1710: Turmreparatur mit Ausgaben von 166 Gulden

1729: Die nach dem 30-jährigen Krieg dringend notwendige Renovierung der Kirche kann endlich vorgenommen werden. Leider muss die gesamte Kirche gegen Baufälligkeit abgerissen werden, einzig der Kirchturm bleibt stehen.

1734: In diesem Jahr wird das neue Kirchenschiff vollendet und eingeweiht. Es wird eine neue Orgel für 264 Gulden angeschafft und die Turmuhr wird mit einem neuen Uhrkasten versehen wiederaufgerichtet. Ebenfall wird ein neues Kruzifix angeschafft.

1748-55: Das Pfarrhaus zu Vielbrunn wird dem hochfürstlichen Haus Löwenstein zwecks Benutzung als Jagdhaus überlassen.

1760: Anbau und Ausbau des Pfarrhauses durch den Fürsten zu Löwenstein-Wertheim.

1768: Anfrage der Gemeinde Vielbrunn und Kimbach, aus dem Gemeindewald Holz zu verkaufen, um mit dem Erlös die Anschaffung neuer Glocken zahlen zu können.

1770: Inwendige Reparaturen der Kirche. Es werden neue Altar- und Taufstein gekauft und neue Kirchengefäße angeschafft. Ebenso wird eine neue Emporbühne installiert.

1818: Der Friedhof um die Kirche wird zu klein. Daher wird ein neuer, auf dem Standort der heutigen Wiesbadener Straße, angelegt.

1847: Der neue Friedhof erwies sich schon 30 Jahre später als zu nass, daher wird der neue auf der Südseite des Dorfes erschlossen.

1866: Zum zweiten Mal in der Geschichte der Vielbrunner Kirche wird sie von Grund auf renoviert. Die steinerne Treppe hin zu den Emporen, die in früheren Zeiten außen am Kirchturm befestigt war, wird abgerissen und statt dessen eine neue im Inneren des Turmes errichtet. Der Haupteingang wird erweitert und erhöht. Die Empore für Unverheiratete wird verbreitert und auf Tragsäulen tiefer in das Kirchenschiff verlagert. Es wird eine weitere Empore für Männer geschaffen um mehr Platz zu gewinnen. Der Bürgermeisterstuhl unter der Kanzel wird entfernt. Das Gestühl wird mit neuen Dielen versehen, die Kirchturmuhr wird vom 2. in das 3. Stockwerk versetzt und es werden diverse Fenster neu verglast.

1875: Die äußeren Wehrmauern um die Kirche werden niedergelegt und die „Torfahrt“ wird entfernt.

1886: Zur besseren Ausleuchtung der Kirche wird ein Kronleuchter mit 24 Kerzen im Wert von 180 Mark angeschafft.

1895: Zum 400.Jahrestag des Kirchenbaues wird die uralte Kirchenuhr durch eine neue ersetzt, die sich noch heute im Turm befindet. Sie wurde zum Preis von 800 Mark von Johann Ritzert und Söhne installiert.

1926: In diesem Jahr wird eine Grundrenovierung des Gotteshauses vorgenommen. Dabei werden die alten Fresken im Turmraum wiederentdeckt. Wahrscheinlich wurden sie im Jahr 1734 mit Kalk übertüncht als der Turmraum Eingangsbereich wurde.

1930: Umbau der Pfarrscheuer in ein Gemeindehaus mit Kinderschule mit Kosten von 20.000 Mark.

1949: Reparatur der durch eine Luftmine zerstörten Fenster in der Kirche und Einweihung der neuen Glocken, da die alten im 2.Weltkrieg abgegeben werden mussten.

1951: Aufarbeitung des Taufgerätes.

1957: Restaurierung der über 250 Jahre alten Orgel.

1976: Am 6.September konnte der Kindergarten nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht werden.

1986: Die Wandmalereien im Turm werden fachgerecht durch den Restaurator Peter Pracher instand gesetzt.

1994: Die Friedhofshalle wird mit einer durch Spenden finanzierten Orgel ausgerüstet. Die Kirche bekommt einen neuen Außenanstrich und das kaputte Dach des Kirchenschiffes wird komplett renoviert.

1995: 500-Jahrfeier Evangelisch-Lutherische Laurentiuskirche Vielbrunn, verbunden mit einer aufwendigen Sanierung des Dachstuhls und Erneuerung des Außenanstrichs der Kirche.

2003: Sanierung des historischen Pfarrhauses.

2006: Einweihung des sanierten Gemeindehauses

2010: Einweihung der sanierten und erweiterten Kindertagesstätte

Taufstein und Altar im Jahr 2013

Wie das Kirchengebäude, so hat sich auch die Kirchengemeinde im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Wenn wir die vergilbten Blätter des ältesten Kirchenbuches von Vielbrunn aufschlagen und auf den ersten Seiten die Taufeinträge lesen, die mit dem Jahr 1657 beginnen, dann fällt uns auf, dass hier die Dörfer Seckmauern, Breitenbrunn, Haingrund, Lützelbach, Wiebelsbach und Hengmantel genannt werden, die schon längst nicht mehr zu der Vielbrunner Pfarrei gehörten. Heute umfasst das Vielbrunner Kirchspiel außer der Muttergemeinde den Bad Königer Stadtteil Kimbach, den Bremhof, die Geyersmühle, das Hainhaus und Brunntal. Im Jahr 2010 hatte die evangelische Kirchengemeinde Vielbrunn knapp 1000 Gemeindemitglieder.