Archiv für März, 2020

Leben im Schatten der Pandemie – ein Hoffnungsfunken

Donnerstag 19. März 2020

von Hans Burkhardt


Es war ein komisches Gefühl am vergangenen Freitag, als ich nach der Lehrprobe nach Hause fuhr und dann klar war: Das war der letzte Termin in einer Schule bis zum Ende der Osterferien. Es gab auch vorher keine Jubelschreie in den Klassenzimmern, als sich herumsprach, dass der Unterricht jetzt für drei Wochen ausfällt. Alle hatten ein eigenartiges Gefühl, auch die Schüler. Und selbst der Gottesdienst am Sonntag wurde abgesagt.
Wir alle haben so eine Situation noch nie erlebt und wir sind besorgt wie es weiter geht, jeden Tag erhöht sich die Zahl der Infizierten, die Prognosen über das, was kommen wird, sind unterschiedlich, aber alle sorgenvoll.

Der Himmel verdunkelt sich gerade, unsere Sorgen wachsen, unsere Bewegungsfreiheit wird immer mehr eingeschränkt.

So ähnlich stell ich mir die Situation vor, als Noah als Letzter die Arche betritt und noch nicht weiß, wie sich alles entwickeln wird. Klar, wenn Noah schon gewusst hätte, wie diese bedrohliche Geschichte ausgeht, dann wäre er sehr viel ruhiger gewesen. Aber jetzt in dieser Situation ist nichts klar.

Noch zieht sich der Himmel auf dem Foto zu und von der Sonne ist nichts zu sehen. Doch mitten in den dunklen Wolken leuchtet ein Regenbogen auf.

»Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde. Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.«

Wir haben noch ungewisse Wochen vor uns. Aber ich glaube fest daran, dass Gott die Welt und uns Menschen, so wie damals, nicht im Stich lassen wird. Der Regenbogen ist auch für uns heute ein Zeichen, dass Gott bei uns ist in dunklen Zeiten – und dass diese schweren Zeiten auch ein Ende haben werden. Und unser Auftrag: aufeinander achten, uns helfen und unterstützen!

Ihr Hans Burkhardt, Pfarrer

Ein Segensgebet

Es segne uns Gott der Vater, der diese Welt und uns geschaffen hat und erhält.

Der wirkt durch die Klugheit und das Wissen von Menschen, um zu helfen und zu heilen.

Es segne uns Gott der Sohn, der uns liebt und begleitet in all unseren Sorgen und Gedanken.

Der uns durchs Leben trägt, wenn wir nicht wissen, wo und wie wir gehen sollen.

Es segne uns Gott der Heilige Geist, der uns Hoffnung schenkt für dieses Leben und darüber hinaus.

Der uns Kraft und Mut gibt, andere Menschen zu lieben und ihnen zu helfen.

So segne uns der dreieinige gnädige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

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